
Atelier und künstlerisches Konzept von Charlotte de Rocher
Handgefertigte Tonskulpturen — Material, Form und Oberfläche im Dialog
Im Berliner Atelier von Charlotte de Rocher entstehen skulpturale Arbeiten aus Ton, die zwischen figürlicher Anmutung und abstrakter Gebärde changieren. Charlottes künstlerische Intention ist es, den Werkstoff Ton als Träger von Erinnerung und Bewegung zu nutzen: Die Werke sollen sowohl körperliche Präsenz als auch eine subtile Suggestion von Erzählung vermitteln. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen die Haltung gegenüber Material und die bewusste Sichtbarmachung handwerklicher Spuren — Fingerabdrücke, Werkzeugstrukturen und Schichtungen werden nicht kaschiert, sondern als integraler Teil der Form verstanden.
Charlotte arbeitet vorrangig mit hochgebranntem Steinzeugton für seine Struktur- und Festigkeitseigenschaften; für feinere Details und unterschiedliche Oberflächen kommen gelegentlich auch Ohrenware- und grogged-Tonmischungen zum Einsatz. Die Techniken umfassen freies Modellieren, Aufbautechniken wie Coil- und Plattenbau sowie gezielte subtraktive Eingriffe durch Schnitzen und Ritzen. Nach dem Formen erfolgt ein kontrollierter Trocknungsprozess, um Spannungen zu minimieren; anschließende Schrüh- und Hochbrandphasen in elektrischen und gelegentlich gasbetriebenen Brennöfen sorgen für Dauerhaftigkeit. Oberflächen werden durch Engoben, Oxid-Waschungen, Terra sigillata oder dünn aufgetragene Glasuren differenziert; matte und seidenmatte Finishes werden mit nachträglichen Patinierungen, Schleif- und Wachstechniken veredelt, um Lichtführung und Haptik zu steuern.
Der Entstehungsprozess folgt einer klaren, jedoch experimentellen Abfolge: Recherche und Skizzen, Modellversuche in Kleinformaten (Maquettes), Aufbau in Serien und die sukzessive Verfeinerung der Oberfläche. Thematisch lässt sich Charlottes Arbeit an Motiven wie Körperlichkeit, urbaner Erinnerung und der dynamischen Balance von Architektur und Natur orientieren — häufig dienen Beobachtungen aus dem Berliner Stadtraum sowie historische Keramiktraditionen als Ausgangspunkte. Für Besucher bietet das Atelier Einblicke in diese Abläufe: erklärte Werkphasen, Beispiele aus der Materialkunde und Erläuterungen zur Bedeutung von Form und Oberfläche machen die Intentionen hinter den Arbeiten nachvollziehbar. Auf Wunsch realisiert Charlotte de Rocher auch individualisierte Aufträge und nimmt Termine für Atelierbesuche in Berlin entgegen.
Bildergalerie der Skulpturen
In der Bildergalerie von Charlotte de Rocher in Berlin werden ausgewählte Ton-Skulpturen in hochwertigen Fotos präsentiert, die unterschiedliche Blickwinkel und Stimmungen einfangen. Die Serie umfasst Abschlussstücke, zusammenhängende Serien und Arbeiten mit variierenden Oberflächenbehandlungen – von roher, erdiger Struktur bis zu fein polierten Details. Fotografische Perspektiven reichen von Gesamtaufnahmen im Ausstellungsraum über Inszenierungen im Berliner Atelier bis hin zu Nahaufnahmen, die Textur, Werkzeugspuren und Farbnuancen sichtbar machen. Jedes Bild ist so komponiert, dass Form, Material und Handwerk in ihrer Eigenständigkeit lesbar bleiben und zugleich im Zusammenhang der Serie wirken. Die Galerie lädt zur näheren Betrachtung ein und bietet klare Optionen für Kaufanfragen oder Ausstellungskontakte; Interessierte können Arbeiten anfragen, Editionen erwerben oder Termine für Besichtigungen im Atelier vereinbaren.
Detailansichten und Werkbeschreibungen
Charlotte de Rocher präsentiert in ihrem Berliner Atelier ein Bild‑und‑Text‑Raster, das Nahaufnahmen mit präzisen Werkbeschreibungen verbindet. Die Kacheln erläutern Herstellungsschritte, Maßangaben, Signatur/Brandzeichen sowie die gestalterischen Entscheidungen hinter jeder Skulptur. Besucher erhalten so einen fachlich fundierten Einblick in Materialien, Werkzeugwahl und den sequentiellen Ablauf von Modellierung über Formenbau bis zur Oberflächenbehandlung.

Oberflächen im Fokus
Patina, Struktur und Arbeitsrhythmus
Nahaufnahmen zeigen die finale Haut der Skulptur: Schichtaufbau aus chemischer Patinierung, lokal gesetzten Bürstenstrichen und Schutzwachs. Technikbeschreibung umfasst die gestaffelte Anwendung von Oxidationslösungen und Fixierlösungen sowie punktuelle Abtragungen mit Skalpell und rotierenden Diamantwerkzeugen zur Hervorhebung der Mikrorauheit. Typische Zone in der Abbildung: Ausschnitt von etwa 15 × 15 cm aus einer Gesamtarbeit mit Höhe von rund 180 cm; das Brandzeichen als eingelassene Signatur befindet sich meist am Sockelrand. Gestalterische Entscheidung: selektive Mattierung zur Betonung von Reliefkanten und glänzende Akzente zur Verstärkung von Lichtreflexen.

Modellieren und Formfindung
Tonaufbau, Armatur und Werkzeugwahl
Die gezeigten Detailaufnahmen dokumentieren den Modellierprozess im Atelier: Ein stählerner Innenkern trägt plastische Tonlagen, die in schrittweisen Volumenaufbauten mit Holz-, Draht‑ und Metallschabern geformt werden. Beschrieben werden Werkzeuge wie Loop‑ und Riffelschaber, Spritzgussnadeln zur Feinmodellierung und Sprühflaschen zur Feuchteregulierung. Die Modelle entstehen häufig im Maßstab 1:3 bis 1:1; Detailentscheidungen zur Bewegungslinie werden anhand fotografischer Studien getroffen und direkt in die Tonoberfläche eingearbeitet, bevor die Form vorbereitet wird.

Formenbau und Gussverfahren
Silikonformen, Wachsmodelle, Bronzeguss
Dieses Feld erklärt den Übergang von Modell zu Metall: Erstellung mehrteiliger Silikonformen, Anfertigung von Wachskopien, keramische Schalenbildung und das Ausbrennen im Kanalofen. Im Text werden Prozessschritte wie Vakuumentgasung der Silikone, Entlüftungskanäle am Wachsmodell und Schalenaufbau für den Feinguss detailliert beschrieben. Guss erfolgt in Kooperation mit einer spezialisierten Berliner Gießerei; nach dem Guss folgen Ausputzarbeiten (Chasen) mit Feilen, Stichel und pneumatischen Sticheln sowie gezielte Schweißaufbauten zur Verbindungsteilbearbeitung. Typische Endgewichte liegen je nach Größe zwischen mehreren zehn und mehreren hundert Kilogramm.

Maße, Gewicht und Montage
Sockel, Verankerung und konservatorische Maßnahmen
Die Kachel legt technische Daten für Transport und Installation offen: exakte Abmessungen der Arbeit, berechnetes Gewicht, Lage des Schwerpunktes und Vorgaben für Befestigungspunkte am Armaturfuß. Beschriebene Werkzeuge und Hilfsmittel umfassen Hebegeräte, Schwerlastanker, Edelstahlbolzen mit Gewindehülsen und epoxidhärtende Klebstoffe zur Verankerung. Gestalterische Erwägungen wie Sockelhöhe zur Blickführung, Abstand zum Boden und Witterungsschutz werden mit konservatorischen Empfehlungen (regelmäßiges Nachwachsen der Oberfläche, Reinigung mit pH‑neutralen Mitteln) verbunden. Abschließend erklärt die Kachel das Brandzeichen: Positionierung der Signatur, Verarbeitungstiefe und konservatorische Lesbarkeit über die Lebensdauer.







